Kenntnisse über Zivilrecht & Co. sind für den Vereinsvorstand unerlässlich. Denn was ist, wenn doch einmal etwas passiert und sich Ihr Verein mit einer Klage konfrontiert sieht? Worauf müssen Sie sich als Vereinsvorstand einstellen? Welche Rechte und Pflichten haben Sie? Was gibt es zu beachten? Der VVS informiert Sie regelmäßig über die neuesten Entwicklungen in Zivilrecht & Co., die für Sie und Ihren Verein wichtig sind.

Unsere Vereins-Rechtstipps

Sofortiger Vereinsausschluss - Einstweilige Verfügung zulässig

Gegen die Verhängung eines Vereinsausschlusses ist eine einstweilige Verfügung möglich, wenn der Ausschluss sofort wirksam wird. Das LG Köln begründet das damit, dass das ausgeschlossene Mitglied nur so in der Lage war, an der anstehenden Mitgliederversammlung teilzunehmen und dort seine Rechte zu wahren. Die einstweilige Verfügung nimmt die Entscheidung in der Hauptsache auch nicht vorweg. Die Prüfung, ob der Ausschluss rechtmäßig war, kann im Hauptverfahren unverändert entschieden werden. 

Im konkreten Fall was es nach Auffassung des Gerichts dem Mitglied nicht zuzumuten, das vereininterne Ausschlussverfahren abzuwarten (LG Köln, Beschluss vom 19.07.2021, Az. 39 T 72/21,
Abruf-Nr. 224380).

Wichtig | Viele Satzungen sehen vor, dass Mitgliederrechte ruhen, wenn ein Ausschlussverfahren eingeleitet wird. Eine solche Regelung kann im Einzelfall problematisch sein. Das gilt zumindest dann, wenn dem Mitglied zunächst kein rechtliches Gehör gewährt wurde und Vereinsbeschlüsse (Mitgliederversammlung) anstehen, die für das Mitglied von Bedeutung sind.

Quelle: IWW VereinsBrief, Ausgabe 09/2021

Lockerer Umgang mit Mitgliederdaten kann teuer werden

Ein allzu „lockerer“ Umgang mit Mitgliederdaten kann Vereine teuer zu
stehen kommen. Das zeigt der aktuelle Fall des VfB Stuttgart. Der badenwürttembergische
Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
(LfDI) hat gegen den Verein wegen fahrlässiger Verletzung der datenschutzrechtlichen
Rechenschaftspflicht ein Bußgeld in Höhe von 300.000
Euro verhängt.

Hintergrund | Leitende Mitarbeiter des Klubs hatten wiederholt Mitgliederdaten
an Dritte geschickt, darunter Festnetz- und Handynummern, E-Mail-
Adressen oder Angaben zu Teilnahmen an zurückliegenden Mitgliederversammlungen.
Das stellte einen Verstoß gegen Art. 5 Abs. 2 DSGVO dar. In
solchen Fällen können Bußgelder bis 20 Mio. Euro verhängt werden. Dass die
Datenschutzverstöße für den VfB Stuttgart vergleichsweise glimpflich ausgingen,
lag an der Kooperationsbereitschaft des Fußball-Bundesligisten. Er
hatte die Aufklärungs- und Ermittlungsmaßnahmen des Landesbeauftragten
unterstützt, durch eigene Initiative gefördert und mit der Behörde des Landesbeauftragten
umfangreich kooperiert.

Quelle: IWW-Vereinsbrief, Ausgabe 04-2021

Vereinsregister: Besonderer Vertreter darf anmelden

Vereinsregister: Besonderer Vertreter darf anmelden

| Anmeldungen zum Vereinsregister müssen prinzipiell durch den Vorstand bzw. die Liquidatoren des Vereins in vertretungsberechtigter Zahl erfolgen. Eine Ausnahme gilt, wenn ein besonderer Vertreter nach § 30 BGB ins Vereinsregister eingetragen ist und sein satzungsmäßiger Geschäftskreis (z. B. „Leitung der Geschäftsstelle mit den dazu erforderlichen Vertretungshandlungen und Anmeldungen zum Vereinsregister“) so etwas erlaubt. Dann darf auch er Anmeldungen vornehmen, entschied das KG Berlin. |

 

Wichtig | Besondere Vertreter fungieren in Vereinen oft als „Geschäftsführer“. Diesen Begriff kennt das Vereinsrecht aber nicht. Geschäftsführungsfunktion hat grundsätzlich der Vorstand. Der besondere Vertreter kann nur eine Vertretungsberechtigung für Teilgeschäfte des Vereins haben, weil das Vereinsrecht keine Gesamtvertretungsvollmacht erlaubt (KG Berlin, Beschluss vom 23.07.2020, Az. 22 W 1005/20)

Mitgliederversammlung: Wechsel von einer Präsenz- zu virtueller Versammlung möglich?

Die aktuelle Entwicklung bei den Corona-Zahlen lässt das öffentliche Leben schon wieder erlahmen. Dies betrifft zunehmend auch den Vereinsbereich. Wie geht man mit der Situation um, wenn eine geplante Präsenz-Mitgliederversammlung nicht mehr durchgeführt werden kann? |

Frage: Nachdem wir im Frühjahr unsere Mitgliederversammlung absagen mussten, wollten wir eigentlich im Herbst eine Mitgliederversammlung in Präsenz durchführen. Zu dieser haben wir form- und fristgerecht eingeladen. Auch die Tagesordnung ist den Mitgliedern bekanntgegeben worden. Aufgrund der aktuellen Entwicklung können wir ein persönliches Zusammentreffen nicht verantworten und möchten eine virtuelle Versammlung durchführen. Müssen wir erneut einladen und beginnt dann die Ladungsfrist wieder von vorn?

Antwort: Erneut eingeladen werden muss, wenn die Mitgliederversammlung verschoben wird. Das ist hier aber nicht der Fall.

 

Schutzzweck von Einladungsfrist und Tagesordnung

Eine erneute Einladung ist u. E. nicht erforderlich, wenn Termin und Tagesordnung unverändert bleiben. Nach der vereinsrechtlichen Rechtsprechung hat die Einladung mit der Angabe der Tagesordnung den Sinn und Zweck, dass die Mitglieder sich sowohl terminlich als auch sachlich auf die Mitgliederversammlung vorbereiten können (BGH, Urteil vom 17.11.1986, Az. II ZR 304/85). Die Mitglieder sollen so vor Überraschungen geschützt werden, dass der Verein Beschlüsse fasst, ohne dass die Mitglieder davon Kenntnis hatten.

Wenn Sie also form- und fristgerecht unter Angabe der Tagesordnung eingeladen haben, und die Versammlung nun statt in Präsenz- in virtueller Form stattfindet, müssen Sie keine neue Einladung aussprechen. Sie müssen nur veranlassen, dass die Mitglieder rechtzeitig von der virtuellen Versammlung Kenntnis erlangen und die entsprechenden Zugangsdaten bekommen.

Wichtig | Je früher Sie auf diese Änderung hinweisen, desto besser ist es. Insbesondere, wenn es sich um einen überregionalen Verein handelt und die Mitglieder von weit anreisen und ggf. eine Übernachtung eingeplant haben.

Verschiebung erfordert erneute Einladung

Teilweise ist es jedoch nicht möglich, den Termin zu halten, da die technischen und organisatorischen Dinge geregelt werden müssen. Ist eine Terminverschiebung unumgänglich, müssen Sie die ursprüngliche Versammlung absagen und erneut zur virtuellen Versammlung einladen. Dies muss dann wiederum form- und fristgerecht erfolgen. Bedenken Sie, dass Sie nicht einfach auf die schon versandte Tagesordnung verweisen können. Sie müssen die Tagesordnung wieder in Ihre Einladung aufnehmen. Einladung und Tagesordnung müssen dabei nach § 32 BGB gemeinsam zugestellt werden. Es sei denn, die Satzung regelt das anders.

Quelle: IWW Vereinsbrief - Ausgabe 11-2020| Seite 20 | ID 46956268

Corona-Verordnungen: So gewährleisten Sie den datenschutzkonformen Umgang

| Die ersten Lockerungen im Vereinsbereich sind in Kraft. Die Vereinsgaststätte darf wieder öffnen, Bildungsangebote dürfen gemacht werden, teilweise sind auch Versammlungen wieder möglich. Eine der Auflagen ist, dass Sie nachhalten müssen, wer das Angebot in Anspruch genommen hat. Was in datenschutzrechtlicher Sicht zu beachten ist, hat die Landesbeauftragte für den Datenschutz in Niedersachsen zusammengefasst. |

Erfassungslisten

Wenn Sie die Namen, Anschriften und Kontaktdaten erfassen, müssen Sie gewährleisten, dass diese Daten nicht von anderen gelesen werden können. Entweder erfragen Sie die Daten direkt ein oder geben für jeden Besucher ein gesondertes Blatt aus. Lassen Sie die Besucher selbst in Listen eintragen lassen, müssen Sie die anderen Daten abdecken.

Informationspflichten nach DSGVO

Auch wenn es um den Infektionsschutz geht, müssen Sie die nach der Datenschutz-Grundverordnung erforderlichen Informationen geben. Hierbei handelt es sich um die bereits bekannten Punkte:

  • Anforderungen der DSGVO

Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen

Hier geben Sie den Vereinsnamen mit dem vertretungsberechtigten Vorstand an.

Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten

Soweit ein solcher bestellt wurde.

Zweck der Verarbeitung

Behördliche Vorgabe zum Zwecke des Infektionsschutzes

Empfänger

Gesundheitsamt oder eine andere zuständige Behörde

Dauer der Speicherung

Höchstens ein Monat

Hinweise

  • auf das Auskunftsrecht,
  • Berichtigungsanspruch,
  • Löschungsanspruch oder auf Einschränkung der Verarbeitung und
  • Beschwerderecht
  • Hinweis, dass der die Besucher Dienstleistung des Vereins nur dann in Anspruch nehmen kann, wenn er mit der Datenerfassung einverstanden ist.
 

Sonstiges

Sie müssen diese Daten spätestens nach einem Monat vernichten. Dies muss datenschutzkonform, z. B. durch Schreddern, geschehen. Sie dürfen diese Daten der zuständigen Behörde nur auf schriftliche Aufforderung geben. Die Herausgabe sollte ausschließlich per Post oder Bote erfolgen. Eine anderweitige Nutzung der Daten ist unzulässig. Nach Art. 30 DSGVO muss Ihr Verein ein Verzeichnis aller Verarbeitungstätigkeiten führen, die ihrer Zuständigkeit unterliegen. Diese Erfassungslisten müssen Sie dort auch aufnehmen.

Quelle: IWW VereinsBrief |von Rechtsanwalt Michael Röcken, Bonn, www.ra-roecken.de
 
Unlautere Werbung durch Imagewerbung per SMS

Entscheidung: OLG Frankfurt, Urteil v. 6.10.2016, Az.: 6 U 54/16  


I. Vorbemerkung

§ 8 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) spricht dem in § 8 Abs. 3 UWG genannten Klägerkreis einen Beseitigungs- bzw. Unterlassungsanspruch gegen denjenigen zu, der eine unzumutbare Belästigung gem. § 7 UWG vornimmt. Unter eine unzumutbare Belästigung fällt gem. § 7 UWG insbesondere auch die unlautere Werbung.

II. Das Urteil

Ein Autohaus versandte SMS, in denen auf ein Förderungsangebot für regionale, gemeinnützige Projekte durch den Konzern im Rahmen eines Votings hingewiesen wurde. Zuvor war keine Zustimmung der Empfänger eingeholt worden. Das OLG Frankfurt sah in diesen SMS eine unlautere Werbung i.S.d. § 7 UWG und entschied zugunsten der Klägerin. Das Gericht führte zur Begründung für die Wertung als Werbung an, dass die Einladung zum Voting mittelbar der Absatzförderung durch Imagewerbung dienen sollte.

Quelle: Rechtssprechungsübersicht | Jahresabo bei uns im Shop

GEMA-Gebühren bei Wiedergabe in Trainingsräumen?

Entscheidung: Urteil des EuGH v. 31.5.2016, Az.: C-117/15

I. Vorbemerkung

Grundsätzlich löst die „öffentliche Wiedergabe“ von geschützten Werken die urheberrechtliche Vergütung aus. Dies ist in Art. 8 Abs. 2 der Richtlinie 2006/115 für die Mitgliedsstaaten der EU geregelt. Bei der Frage, wann es sich um eine „öffentliche Wiedergabe“ handelt, stellt der EuGH unter anderem darauf ab, ob die Verbreitung der urheberrechtlich geschützten Werke Erwerbszwecken dient. So sah er eine Zahnarztpraxis in der Entscheidung C-135/10 vom 15. März 2012 nicht in der Pflicht zur Zahlung der Vergütung. Der EuGH begründete dies mit der fehlenden Aufnahmebereitschaft der Patienten.

II. Das Urteil 

In der Rechtssache aus dem Jahr 2016 hatte ein Rehazentrum in Warte- und Trainingsräumen Fernsehgeräte installiert und sich geweigert, die fälligen Gebühren an die GEMA zu überweisen. Der EuGH sah den Inhaber im Unrecht. Er habe sich durch die Wiedergabe der geschützten Werke einen Wettbewerbsvorteil verschafft und diese somit zu Erwerbszwecken genutzt. Der Gerichtshof sah somit das Tatbestandsmerkmal der „öffentlichen Wiedergabe“ als erfüllt an.

Quelle: Rechtssprechungsübersicht | Jahresabo bei uns im Shop

Vorzeitige Heimreise störender Minderjähriger bei Jugendreise

Entscheidung: AG Braunschweig, Urteil v. 21.3.2006, Az.: 116 C 4849/05

I. Vorbemerkung

Gerade bei Jugendreisen ist die Sanktionierung eines Fehlverhaltens der Minderjährigen stets ein brisantes Thema. Als ultima ratio setzen die Aufsichtspersonen in besonders schweren Fällen die vorzeitige Abreise der störenden Jugendlichen ein. Doch ab wann kann der Reisevertrag wirksam fristlos gekündigt werden?

II. Das Urteil

Während einer von einem Verein organisierten Jugendreise verstießen drei minderjährige Teilnehmer grob gegen die Regeln und Anweisungen der Betreuer. In den Teilnahmebedingungen war zuvor vertraglich festgehalten worden, dass Teilnehmer in einem solchen Fall auf eigene Kosten nach Hause geschickt werden. Einer der drei auffälligen Minderjährigen klagte anschließend auf Rückerstattung der anteiligen Reisekosten.

Das AG Braunschweig entschied zugunsten des Vereins. Er nahm ein grob fahrlässiges Verhalten an, da durch das Verhalten des Klägers der Zweck der Reise gefährdet gewesen sei. Den Betreuern sei es zudem nicht möglich gewesen, die Aufsichtspflicht über den Minderjährigen ordnungsgemäß auszuüben. Eine fristlose Kündigung des Reisevertrags nach vorheriger telefonischer Unterrichtung der Eltern sei somit wirksam gewesen und ein anteiliger Rückerstattungsanspruch bestehe nicht.


Quelle: Rechtssprechungsübersicht | Jahresabo bei uns im Shop

Gefälligkeitsfahrten für den Verein

Entscheidung: BGH, Urteil v. 23.7.2015, Az.: III ZR 346/14

I. Vorbemerkung

Die Beförderung von minderjährigen Vereinsmitglieder zu Auswärtspartien durch Eltern oder Verwandte bzw. Bekannte stellt ein sehr praxisrelevantes rechtliches Problem dar. Grundsätzlich genießen meist nur die Vereinsmitglieder einen Versicherungsschutz durch den Verein. Kommt es zum Unfall und damit einer Verletzung bspw. eines Elternteils, kann sich der Verein zivilrechtlichen Ersatzansprüchen ausgesetzt sehen.

II. Das Urteil

Der BGH musste in einem Fall entscheiden, in dem eine Großmutter bei der Auswärtsfahrt ihrer Enkelin in einen Unfall verwickelt wurde und sich Verletzungen zuzog. Die Versicherung des Vereins wies die Ansprüche gegen sich unter Verweis auf die Versicherungsbedingungen zurück. Diese sahen vor, dass neben Mitgliedern nur offizielle Helfer versichert sind.

Die Klägerin wandte sich anschließend mit den Ersatzansprüchen an den Verein. Das zuvor berufene OLG Celle entschied zunächst zugunsten der Dame, ehe der BGH dieses Urteil schließlich aufhob.

Der Bundesgerichtshof begründete seine Entscheidung damit, dass es sich bei der Fahrt nur um eine reine Gefälligkeit gehandelt habe. Anders als bei einem Auftrag i.S.d. § 662 BGB fehle bei einem Gefälligkeitsverhältnis der nötige Rechtsbindungswille, der aus Sicht eines obj. Beobachters zu ermitteln sei. Der Senat führt weiter aus, dass ein solcher Bindungswille bspw. anzunehmen sei, wenn wesentliche wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stünden. Dies sei im zugrunde liegenden Sachverhalt nicht der Fall gewesen. Auch einen Anspruch aus einer Geschäftsführung ohne Auftrag gem. §§ 677 ff. BGB lehnte der BGH unter Verweis auf den Gefälligkeitscharakter der Fahrt ab. Er stellte sogar fest, dass es sich bei Auswärtsfahrten von Minderjährigen durch Familienangehörige zu Sportveranstaltungen grundsätzlich um Gefälligkeiten handele.

Quelle: Rechtssprechungsübersicht | Jahresabo bei uns im Shop

Sorgfaltspflichten ehrenamtlicher Fußballtrainer

Entscheidung: OLG Hamburg, Urteil v. 28.4.2015, Az.: 1 Rev 13/15

I. Vorbemerkung

Das Ausmaß der Sorgfaltspflichten von Trainern nimmt immer weiterreichende Dimensionen an. Gerade für Ehrenamtler im Jugendbereich kann diese Fülle an Anforderungen schnell zur Überforderung führen. Im schlimmsten Fall droht dann sogar eine Strafbarkeit bei einer Verletzung der Spieler.

II. Das Urteil

Im vom OLG Hamburg entschiedenen Fall hatte der Trainer einer C-Jugendfußballmannschaft den Spielern aufgetragen, Tore aufzustellen. Anschließend begab sich der angeklagte Trainer in den Geräteraum, während die Minderjährigen versuchten, die Tore aufzurichten. Dabei wurde ein zufällig anwesender Siebenjähriger so schwer verletzt, dass er wenige Stunden später verstarb.

Das OLG Hamburg hob die vorherige Verurteilung durch das AG Hamburg-Harburg wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen auf. Das Amtsgericht sah eine Sorgfaltspflicht durch die Anweisung, die Tore aufzurichten, ohne den Vorgang zu überwachen, als verletzt an. Das Oberlandesgericht gab sich mit der Feststellung der Pflichtverletzung durch das AG nicht zufrieden, stattdessen forderte es eine detailliertere Darlegung.

Es führte zudem die Kriterien für die Bestimmung einer solchen Sorgfaltspflichtverletzung an:

  • Verhaltensregeln der Sportverbände
  • geistig-sittlicher Reifegrad der Teilnehmer
  • zeitliche und örtliche Gegebenheiten
  • Berücksichtigung der ehrenamtlichen, dem Gemeinwohl dienenden Tätigkeit des Trainers

Quelle: Rechtssprechungsübersicht | Jahresabo bei uns im Shop

Strafbarkeit des Trainers bei unzureichend gesicherten Sportgeräten

Entscheidung: AG Detmold, Urteil v. 21.1.2015; Az.: 2 Cs-41 Js 489/13-439/14

I. Vorbemerkung

Auch Trainer und Vereinsvorstände haften zivilrechtlich bei einer Verletzung aufgrund unzureichender Sicherungen von Sportgeräten. Doch auch eine Strafbarkeit kann in diesen Fällen in Betracht kommen. Vor allem § 229 StGB, der die fahrlässige Körperverletzung unter Strafe stellt, ist in diesem Zusammenhang von großer Relevanz.

II. Das Urteil

Während eines Jugendhallenturniers stürzte ein nicht gesichertes Tor in einer Nebenhalle auf einen elfjährigen Spieler. Der verantwortliche Trainer – zugleich auch Jugendvorstand – war mit der Organisation des Turniers beauftragt worden. Das AG musste sich mit der Frage beschäftigen, ob sich der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung gem. § 229 StGB strafbar gemacht hatte.

Das Gericht nahm eine Strafbarkeit des Trainers unter Berufung auf sein sorgfaltswidriges Handeln an. Ein wichtiges Argument war dabei seine Position als Jugendvorstand. Eine Sorgfaltswidrigkeit wurde zudem aufgrund der Tatsache angenommen, dass der Trainer Kenntnis von der unzureichenden Sicherung des Tores hatte. Er unterließ es, die Gefahrenquellen zu sichern oder eine Nutzung des Tores zu unterbinden.

Quelle: Rechtssprechungsübersicht | Jahresabo bei uns im Shop

 



Unsere Seminare zu Vereinsrecht

Titel Beginn Ort Preis
Ende der Schonfrist? Datenschutz in Zeiten von Corona unter der Lupe! Website – Hygienemaßnahmen – Einwilligung - Satzung – Datenschutzrichtlinien & mehr 19. Okt 2021 Online-Webinar 34,51 EUR pro Platz
(Vorstands)Wahlen und Beschlüsse online durchführen - Infoveranstaltung zum Tool "Vereins-Abstimmung.de" 21. Okt 2021 Online - Webinar kostenfrei
Vereins(Steuer)Recht auf den Punkt gebracht! - Teil 3: Sponsoring - Fundraising – Crowdfunding... Innovative Finanzierungsquellen erschließen und steuerlich richtig zuordnen 26. Okt 2021 Online - Webinar 34,51 EUR pro Platz
Das (kleine) 1 x 1 der Vereinsbuchhaltung - Teil 3 - Praxis der Vereinsbuchhaltung 28. Okt 2021 Online-Seminar 46,41 EUR 
Alles bedacht? Haftung des Vorstands - Gesetzliche Regelungen – Satzung – Ressortprinzip – D&O-Versicherung 2. Nov 2021 Online-Webinar 34,51 EUR pro Platz
Vereins(Steuer)Recht auf den Punkt gebracht! - Teil 4: Kulturelle und sportliche Veranstaltungen im Fokus des Vereins(Steuer)Rechts 4. Nov 2021 Online - Webinar 34,51 EUR pro Platz
Alphatier oder Teamplayer? Der Vorstand des Vereins - BGB-Vorstand – Erweiterter Vorstand - Vertretungsregelungen – Rücktritt – Vergütung 10. Nov 2021 Online-Webinar 34,51 EUR pro Platz
Vorstands- und Gremienarbeit effektiv gestalten 15. Nov 2021 Online-Webinar 34,51 EUR pro Platz
Fit für das Vereinsjahr 2022? Aktuelle Entwicklungen in der Vereins- und Vorstandsarbeit und Folgen für Ihren Verein 29. Nov 2021 Online-Webinar 34,51 EUR pro Platz
Zoom - Teams - BBB...Virtuelle Sitzungen und Versammlungen souverän und effektiv moderieren 8. Dez 2021 Online-Webinar 34,51 EUR pro Platz


Wollen Sie mehr und aktuelle Informationen?

Dann bestellen Sie die vierteljährlich erscheinende Rechtssprechungsübersicht direkt in unserem Shop im Jahresabo zum Preis von 48,00 € zzgl. 6,00 € Versandkosten. Sie erhalten dann ab der kommenden Ausgabe 4 mal im Jahr 16 Seiten aktuell recherchierte und kommentierte Urteile zur Vereins- und Verbandsarbeit.

Noch nicht überzeugt? Wir bieten Ihnen eine kostenlose Leseprobe ebenfalls in unserem Shop an (weiter unten).

Autor und Herausgeber der "Rechtsprechungsübersicht" ist Stefan Wagner, Jurist, Dozent an der Führungsakademie des DOSB in Köln, Referatsleiter in der Staatskanzlei in Dresden und Mitautor des Loseblattwerks "Der Verein".

Ärzte ohne Grenzen e.V.

Banner_Partner-Unternehmen_2021_statisch_160x600.gif

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer

Unsere Buchempfehlungen zu Zivilrecht & Co.

29,90 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Event- und Marketingrecht In den Warenkorb
12,90 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Ehevertrag für Männer In den Warenkorb
198,00 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Gesamtes Gemeinnützigkeitsrecht In den Warenkorb
178,00 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Handbuch Fußball-Recht 2.Auflage In den Warenkorb
20,90 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Datenschutzrecht In den Warenkorb
69,00 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Steuerrecht der Vereine In den Warenkorb
27,50 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Der Satzungsbaukasten 2021 In den Warenkorb
29,95 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Datenschutz im Verein In den Warenkorb
24,95 € pro Stück inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten Datenschutz für Vereine In den Warenkorb
Das könnte Sie auch interessieren...
Impulse für Ihren Vereinserfolg!